Drei Tage Südtirol | Aus Licht gezaubert

Drei Tage Südtirol

Da Allerheiligen dieses Jahr ein Donnerstag war habe ich mir den Freitag freigenommen und bin nach Südtirol gefahren. Ich war schon ein paarmal zum Skifahren in den Dolomiten, aber noch nie zum Wandern oder Fotografieren. Ich fotografiere am liebsten spektakuläre Berge und davon hat Südtirol mehr als genug. Der Wetterbericht war leider nicht besonders gut: am ersten Tag Sonne, am Samstag dann bewölktes Wetter und am Sonntag Regen. Ich habe mich entschieden, trotzdem zu fahren, um schonmal ein paar Fotolocations für den nächsten Besuch auszukundschaften.

Von Gilching aus sind es nur gut 250 km nach Südtirol. Mein Hotel war in der Nähe von Bruneck, perfekt gelegen um sowohl ins Villnößtal als auch zu den Drei Zinnen zu fahren. Gegen eins bin ich am Hoten angekommen, hab erstmal meine Sachen aufs Zimmer gebracht und bin dann bei perfektem Fotowetter Richtung Villnößtal gefahren. Mein Ziel war die kleine Kapelle St. Johann im hinteren Villnößtal, sicher eins der meistfotografierten Motive in Südtirol. Als ich dort ankam war ich erstmal enttäuscht: der Bauer hatte die Wiese, auf der die Kapelle stand, geodelt und die Geislerspitzen waren hinter Nebel verborgen. Ich bin eine Weile auf der geodelten Wiese rumgelaufen um den besten Fotostandpunkt zu finden. Nach einer Weile hat sich der Nebel dann etwaa gelichtet und ich hab ein paar Fotos der Kapelle mit den Geislerspitzen gemacht. Leider machten die Aufnahmen auf dem Display der Kamera nicht viel her und so hab ich auf den Sonnenuntergang gewartet.

Je tiefer die Sonne sank, umso mehr hat sich der Nebel gelichtet und schließlich zeigten sich mir die Geislerspitzen doch noch im Licht der untergehenden Sonne. Ein phänomenaler Anblick! Leider bildetete sich kurz bevor das Alpenglühen seine höchste Intensität erreichte, wieder Nebel um die Geislerspitzen. Als ich dann daheim die Nebelbilder der Geislerspitzen auf dem großen Monitor gesehen habe, wurde mir erst bewußt, wieviel Glück ich mit dem Wetter hatte: die nebelverhangenen Geislerspitzen geben wirklich ein spektakuläres Motiv ab!

Am nächsten Morgen bin ich nach Toblach und von dort weiter nach Misurina gefahren. Von dort führt die Drei-Zinnen-Straße zum Rifugio Auronzo. Leider war die Straße gesperrt. Nach kurzem Überlegen habe ich mich entschieden, die Straße einfach zu Fuß hochzulaufen. Vorsichtshalber habe ich mir die Schneeschuhe an den Rucksack gehängt und bin losgelaufen. Nach etwas eineinhalb Stunden kam ich am Rifugio Auronzo an. Die Drei Zinnen sehen von der Südseite nicht besonders spektakulär aus. Das Wetter war leider auch nicht so, wie ich es mir gewünscht habe: überall Nebel. Ich hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß das Wetter besser wird und bin Richtung Rifugio Laveredo weitergelaufen. Hier konnte man die Schneeschuhe gut gebrauchen. Von dort bin ich dann noch zum höchsten Punkt des Rundwegs, dem 2454 Meter hohen Patternsattel aufgestiegen. Da das Wetter immer schlechter wurde und der ganze Weg rund um die Drei Zinnen noch ganz schön weit gewesen wäre, habe ich es gut sein lassen und bin wieder abgestiegen.

Am Nachmittag bin ich dann noch zum Pragser Wildsee, einem schönen Bergsee in der Nähe von Bruneck gefahren. Der See ist wirklich schön gelegen, aber das schlechte Wetter hat dem See doch viel von seinem Reiz genommen. In etwas einer Stunde bin ich um den See gelaufen und dann zurück zum Hotel gefahren. Am Sonntag Morgen hat es leider geregnet und ich hab mich nach dem Frühstück auf den Heimweg gemacht.