Wales Tag 4: Skomer Island

Eigentlich begann der Tag wie jeder andere: in der Früh stürmte es und ich war nicht besonders zuversichtlich daß die Fähre nach Skomer Island heute fahren würde. Ich stand natürlich trotzdem auf und schaute auf Twitter nach ob die Fähren fahren würden. Auf Twitter stand noch nichts. Also ging ich erstmal frühstücken. Nach dem Frühstück gabs immer noch keine Meldung auf Twitter, also hat mein Pensionswirt angeboten, beim Fährenbetreiber anzurufen und zu fragen, ob die Boote fahren. Die wußten es noch nicht und meinten, der Kapitän würde es vor Ort entscheiden. Mein Pensionswirt hat mich dann nach Martin’s Haven gefahren, wo die Fähren nach Skomer Island ablegen.

Das Boot nach Skomer Island fährt von Martin’s Haven, einer kleinen Bucht, die sich von Marloes aus mit dem Auto in ein paar Minuten erreichen läßt. Die Fähre setzt normalerweise um zehn Uhr, um elf Uhr und um zwölf Uhr nach Skomer Island über. Auf das Boot passen ungefähr 40 Leute, daher ist die Anzahl der Besucher auf etwa 120 pro Tag beschränkt. Der Pensionsbesitzer meinte, daß der Andrang sehr groß sein kann und man ne Stunde vor Beginn des Kartenverkaufs dort sein sollte. Er war so nett mich nach Martin’s Haven zu fahren.

An diesem Tag war der Andrang allerdings nicht so groß weil das Wetter nicht besonders gut war. Als ich kurz nach acht dort ankam war ich tatsächlich der erste, aber schon bald kamen noch ein paar Leute. Es war allerdings immer noch nicht klar ob die Fähre überhaupt fahren würde. Irgendwann wurde der Ticketverkauf dann aufgesperrt, aber auf Nachfrage wurde uns nur gesagt daß noch nicht entschieden ist ob die Fähre fährt und der Kapitän das vor Ort entscheiden wird. Er würde aber erst kurz vor neun kommen.

Es wurden immer mehr Leute, aber ich stand zum Glück ganz vorne in der Schlange und mußte keine Angst haben, kein Ticket zu ergattern, falls die Fähre nicht fährt oder mit einem späteren Boot fahren zu müssen. Nach langem, bangen Warten kam der Kapitän schließlich an und entschied, daß die Fähre fahren würde. Für mich war das ein kleines Wunder, denn es stürmte genauso wie die Tage zuvor und der Wetterbericht kündigte auch für den Rest der Woche Sturm an und ich war nicht mehr sehr zuversichtlich, überhaupt nack Skomer Island zu kommen.

Die Fähre ist recht klein und ich dachte nicht, daß da tatsächlich 40 Leute drauf passen und es wurde dann auch ziemlich eng, vor allem weil doch ein größerer Teil der Leute große Rucksäcke mit Fotoausrüstung dabei hatten. Die Überfahrt dauert ungefähr 20 Minuten und die Wellen, die vom Land aus noch eher harmlos ausgesehen haben, haben auf dem Schiff doch deutlich größer gewirkt.

Auf Skomer Island angekommen gehts dann erstmal eine steile Treppe hinauf. Neben der Treppe sah man schon die ersten Papageientaucher und die Fotografen haben natürlich sofort ihre Kameras und Objektive ausgepackt und zu fotografieren begonnen.  Leider war nach ein paar Sekunden schon wieder Schluß, es gab erstmal eine kleinen Einführungsvortrag über die Insel und wie man sich auf der Insel zu verhalten hat und wo sich welche Vögel befinden.

Der beste Platz um Papageientaucher zu fotografieren ist “The Wick” im Süden der Insel. Natürlich haben sich die Fotografen sofort auf den Weg gemacht. Und tatsächlich, dort brüten eine Menge Papageientaucher, die auch keine Scheu vor Menschen zeigen. Für mich war es sicher eines meiner schönsten Erlebnisse, die putzigen Vögel aus nächster Nähe fotografieren zu können. Ich hatte mein Sigma 120-300/2.8 und mein 150’er Sigma Makro dabei, dazu noch das Nikon 16-85 für Weitwinkelaufnahmen. Man kommt wirklich sehr nah an die Papageientaucher heran, so daß ich viele Aufnahmen mit dem Makro gemacht habe.

Die Zeit verging natürlich viel zu schnell. Die Fähre aufs Festland fuhr schon um drei und ich wollte wenigstens noch einen Teil der Insel erkunden, so verbrachte ich die letzte Stunde damit über die Insel zu laufen. Anfang Juni wachsen überall Blumen auf Skomer Island und die Insel sieht wunderschön aus. Leider war das Wetter nicht sehr gut, so daß ich keine richtig guten Fotos machen konnte.

Um drei ging es dann wieder zurück aufs Festland und ich hab noch ein wenig im Souvenirshop beim Kartenverkauf gestöbert und bin dann zurück zur Pension gelaufen. Der Tag war für mich sicher das absolute Highlight meines Wales-Urlaubes und daß ich überhaupt nach Skomer Island konnte war für mich ein kleines Wunder, an das ich aufgrund des Wetters und des schlechten Wetterberichts für den Rest meines Urlaubs schon nicht mehr wirklich geglaubt habe.