Partnachklamm

Eigentlich hätte der Bericht über die Partnachklamm ebensogut Pleiten, Pech und Pannen heißen können. Angefangen hat eigentlich alles noch ganz gut als ich am Sonntagmorgen nach Garmisch-Partenkirchen gefahren bin um die Partnachklamm und ein paar Wasserfälle zu fotografieren. Zwar hatte es am Samstagabend richtig geschüttet, aber über Nacht hat es zu regnen aufgehört und das Wetter war am Morgen perfekt um Wasserfälle zu fotografieren: bedeckter Himmel und leicht feucht. Den ersten Dämpfer erhielt ich dann beim Radiohören auf der Autobahn: die B2 von Weilheim nach Garmisch war wegen Überflutung gesperrt. Das war zwar kein Problem für mich da ich ja über die Autobahn nach Garmisch fuhr, das hieß aber daß es da nachts richtig viel geregnet hatte. Nicht gut. Wasserfälle und Bäche fotografieren konnte man bei zuviel Wasser vergessen. Statt schön strukturiertem Wasser gabs dann nur weißen Brei. Kurz vor Garmisch fing es dann zu regnen an. Das war nicht unbedingt schlecht für die Fotos, aber für den Fotografen. Ich hatte keine Lust bei strömenden Regen fotografieren zu gehen.

Ich war relativ früh losgefahren und kam gegen acht am großen Parkplatz am Skistadion an. Von dort sind es dann noch etwa 20 Minuten zum Eingang der Klamm. Das Wetter war nicht wirklich besser geworden. Aber ich hatte natürlich Regensachen dabei und lief natürlich trotz Regen zur Klamm. Die Partnach führe zwar relativ viel Wasser, aber nicht soviel daß man nur noch eine unstrukturierte weiße Fläche auf den Fotos sah. Das war schonmal gut. An der Klamm angekommen kaufte ich erstmal eine Eintrittskarte und stellte dann mit Freude fest daß kleine Wasserfälle von den Wänden in die Klamm stürzten. Ich war schon ein paarmal in der Partnachklamm, aber das hatte ich noch nie gesehen.

Das Fotografieren in der Klamm war aber eine echte Herausforderung: überall tropfte Wasser von den Wänden, dazu kam noch der Regen und die Helligkeitsunterschiede waren gewaltig: ich machte grundsätzlich drei Bilder mit unterschiedlichen Belichtungszeiten um den hohen Kontrast in den Griff zu bekommen. Das hieß natürlich viel Bastelei mit Photoshop, aber ich finde die Arbeit hat sich gelohnt:

partnachklamm-0314-2 Meine Kamera bekam jede Menge Regen und Gischt ab und nach ein paar Minuten war sie so naß daß ich sie lieber mal trocknete und weiterging. Leider hatte ich nur ein kleines Tuch dabei und ich mußte ziemlich schnell feststellen daß ich damit die Kamera und vor allem die Frontlinse nicht mehr sauber bekam. In der Klamm war es etwas neblig, aber auf den Bildern war schließlich nur noch ein Nebelbrei zu sehen und ich entschied mich zum Auto zurückzugehen. Dort mußte ich feststellen daß mein Polfilter, den ich auf dem Objektiv drauf hatte, auch innen angelaufen war. Kein Wunder daß die Bilder alle total neblig und flau wurden. Ziemlich enttäuscht schaute ich die Bilder von der Partnachklamm durch: alle außer die, die ich in den ersten paar Minuten gemacht hatte, konnte man vergessen. Ich entschied noch zum Sachensee-Wasserfall hinter Wallgau zu fahren. Dort angekommen mußte ich leider feststellen daß der Bach viel zu viel Wasser führte und der Wasserfall auf den Fotos ein einziger weißer Brei war. Die nächste Pleite.

Eigentlich wollte ich noch zu den Kuhfluchtfällen, aber meine Motivation im Regen da raufzulaufen war gleich null. Aber nachdem ich schon so weit gefahren war wollte ich wenigstens noch ein paar Bilder machen. Also was tun? Schließlich entschied ich mich, zurück zur Partnachklamm zu fahren und es nochmal zu versuchen. Allerdings sind mir schon beim Rückweg zum Auto jede Menge Leute entgegengekommen und mir schwante nichts Gutes. Wieder am Parkplatz des Skistadions angekommen maschierte bestätigte sich leider meine ungute Vorahnung: in der Zwischenzeit hatte es zum Regnen aufgehört und es maschierten Reihenweise Leute Richtung Partnachklamm. Ich schloß mich dem Menschenstrom an und maschierte Richtung Klamm.

Dort angekommen war ich erstmal froh daß ich mit meiner Karte nochmal in die Klamm durfte. Diesmal maschierte ich direkt in den hinteren Teil der Klamm um dort zu fotografieren. Nebelschleier hingen über dem reißenden Bach und kleine Wasserfälle stürzten immer noch an den Wänden hinab:

partnachklamm-0501-3

partnachklamm-0529-2Eine tolle Stimmung, die man so sicher nur sehr selten in der Partnachklamm hat. Der Tag verlief zwar so gar nicht wie ich mir das erhofft hatte, aber am Ende wars doch ein toller Ausflug und ich konnte ein paar außergewöhnliche Stimmungen in der Partnachklamm einfangen.