La Palma

Vor einigen Jahren waren wir in den Herbstferien auf Lanzarote, der nordöstlichsten der sieben großen Kanarischen Inseln. Lanzarote hatte uns damals sehr gut gefallen und dieses Jahr wollten wir wieder auf den Kanaren Urlaub machen. Wir haben uns diesmal für La Palma entschieden, die nordwestlichste der Kanarischen Inseln. Sie punktet mit unberührter Natur, großer landschaftlicher Vielfalt, schönen Stränden und dem Fehlen von Massentourismus. Die Einheimischen nennen La Palma gerne La Isla Bonita, die schöne Insel.

La Palma ist verglichen mit Teneriffa eher klein, aber wegen der charakteristischen Barrancos, tiefeingeschnittene Schluchten, die es vor allem in Norden von La Palma gibt, braucht man auch für kurze Distanzen recht lang. Deswegen haben wir uns für zwei Wohnungen entschieden: die erste Woche haben wir in der Casa Platero im Norden La Palmas verbracht, die zweite Woche dann in der Casa Gaviota in der Mitte der Insel.

Ursprünglich wollten wir zum Fotografieren unsere DSLRs mitnehmen. Kurz vor dem Urlaub haben wir dann aber entschieden, die DSLRs daheimzulassen und nur etwas kleineres, leichteres mitzunehmen. Ich hab meine Olympus OM-D EM5 + Olympus 12-40/2.8 + Panasonic 35-100/2.8 + Olympus 75-300 und eine Coolpix A als Backup mitgenommen. Die Olympus-Ausrüstung paßt perfekt in eine relativ kleine ThinkTank TurnStyle 5, die man bequem um die Hüfte tragen kann. Uli hat dann doch noch ihre D610 für Astroaufnahmen mitgenommen.

Direktflüge von München nach La Palma haben wir leider keine bekommen: die waren entweder sehr teuer, unter der Woche oder zu unmöglichen Zeiten. Beim Hinflug sind wir über Düsseldorf geflogen, beim Rückflug mußten wir in Madrid einen Stopp einlegen. Auf La Palma braucht man unbedingt einen Mietwagen wenn man die Insel besichtigen will. Wir haben uns auf Anraten unserers Vermieters einen Wagen mit Allrad-Antrieb ausgeliehen, einen Fiat Panda 4×4. Für normale Straßen braucht man auf La Palma eigentlich keinen Wagen mit Vierrand-Antrieb, allerdings war die Zufahrt zu unserer ersten Wohnung nicht befestigt, ein Allrad war hier schon ein großer Vorteil.

Unsere erste Wohnung befand sich zwischen Puntagorda und Santo Domingo, zwei kleineren Orten im Nordwesten La Palmas, mitten in unberührter Natur:

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Wohnung ist sehr schön eingerichtet, sie hat ein großes Wohnzimmer und zwei Schlafzimmer:

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Besonders gut hat uns die Vielfalt an Tieren dort gefallen. Beim Frühstück bekamen wir immer Besuch von Eidechsen, die es wohl gewohnt waren, etwas abzubekommen:

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Die Kanareneidechsen sind recht groß verglichen mit unseren heimischen Eidechsen und wirken wirklich wie kleine Drachen. Rund um das Haus gab es einige Vogeltränken und es ließen sich dort immer wieder verschiedene Vögel nieder, die allerdings deutlich schwerer zu fotografieren waren. Einmal hatten wir aber Glück:

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Auf dem Grundstück gab es auch noch zwei Esel, um die sich Uli gekümmert hat:

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Die Landschaft rund um das Haus hat uns aus sehr gut gefallen. Auf dem Grundstück gab es recht fotogene Kanarenkiefern:

casa_platero-0066-2In unmittelbarer Nähe des Hauses führt einer der schönsten Wanderwege La Palmas zur Küste hinab.

Der Norden La Palmas eignet sich wegen der praktisch nicht vorhandenen Lichtverschmutzung gut für Astrofotografie. Auf dem Roque de los Muchachos in Norden der Insel befinden sich einige Teleskope, darunter das Gran Telescopio Canarias, eines der weltweit größten Teleskope. Uli hatte ihre D610 und das 18-35 extra für Milchstraßenfotos mitgenommen. Ein vernünftiges Stativ hatten wir leider nicht dabei, nur ein Ministativ, das eigentlich für ne Kompaktknipse gedacht war. Mit etwas Improvision (wir haben einfach nen Fünf-Liter-Kanister Wasser unten drangehängt) haben wir das Stativ dazu gebracht, nicht gleich samt D610 umzufallen.

Ich hatte bis dahin noch nie die Milchstraße fotografiert, wußte aber zumindest ungefähr, welche Einstellungen man braucht: 18 mm, f/3.5 (die größtmögliche Blende), ISO 6400 und dann 30 Sekunden belichten. Nachdem ich ein paar Testfotos gemacht habe, dachte ich wenn schon, dann wenigstens gleich richtig und habe Panoramen der Milchstraße fotografiert. Leider mußte ich dann daheim feststellen, daß ich zuwenig Bilder gemacht habe: ich hätte links und rechts noch ein weiteres Foto aufnehmen sollen. Außerdem wurde beim Zusammensetzen des Panoramas der obere Rand extrem verzerrt und die Sterne wurden zu Strichen. Ein weitwinkligeres Objektiv oder ein zweireihiges Panorama wären hier besser gewesen.

Aber dafür, daß es mein allererster Versuch ist, die Milchstraße zu fotografieren, bin ich eigentlich recht zufrieden:

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