Hochries

Im Winter auf einen Berg, und dann noch nachts wieder herunter – klingt doch ziemlich verrückt. Vor ein, zwei Jahrzehnten wäre das vermutlich ohne Schneeschuhe oder Tourenski auch nicht möglich gewesen. Dieses Jahr hat es aber (Stand: kurz vor Weihnachten) noch kaum Schnee in den bayerischen Bergen. Und der Winter ist die ideale Jahreszeit um einen Sonnenuntergang auf einem Gipfel zu erleben: Die Sonne geht um kurz nach Vier unter, man ist nicht erst irgendwann Mitten in der Nacht wieder Zuhause.

Die bayerischen Berge bieten sich für solche Touren an: sie sind nicht zu hoch, es gibt viele einfache Touren und zu guter Letzt sind sie natürlich von München aus gut zu erreichen. Anfang Dezember wollte ich eigentlich nach Regensburg oder Passau, um eine der Städte zur blauen Stunde zu fotografieren. In Regensburg wird aber immer noch die Steinerne Brücke saniert und Baugerüste fotografieren reizt mich dann doch nicht so. Passau war mir einfach zu weit zu fahren. Also suchte ich mir kurzentschlossen eine Bergtour. Die Webcam der Hochrieshütte zeigte perfekte Bedingungen: oben Sonne und unten Wolken, was wünscht sich das Fotografenherz mehr?

Nur leider wars in der Zwischenzeit schon nach zwölf und laut Tourentipp braucht man zwei Stunden aufs Hochries. Das würde knapp werden, noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang oben zu sein. Also schnell die Sachen gepackt und losgefahren. Gegen Viertel vor zwei bin ich am Wanderparkplatz Spatenau angekommen. Etwas schockiert stellte ich fest, daß der Parkplatz komplett voll war. Die Idee, bei dem schönen Wetter auf das Hochries zu gehen, hatten noch ein paar andere gehabt. Ich fand dann doch noch einen freien Platz und los ging es. Gleich zu Beginn des Weges die nächste Überraschung: der Wegweiser behauptete anders als Tourentippp 2:45 Minuten bis zum Gipfel. Das gefiel mir natürlich gar nicht, so würde ich nie rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang am Gipfel sein.

Ich brauchte dann eher eineinhalb Stunden statt zwei oder 2:45 Stunden und kam sogar etwas zu früh am Gipfel an. Das Licht war aber auch eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang schon recht nett:

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Eigentlich wollte ich nur die em5 und das 12-40 mitnehmen, da ich keine Lust hatte, viel Fotozeug auf den Berg zu schleppen. Ich hatte mich dann aber doch noch entschieden, das 35-100 einzupacken und das hat sich definitiv gelohnt:

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Das Licht wurde von Minute zu Minute schöner und das Wolkenmeer unterhalb der Gipfel war wirklich ein zauberhafter Anblick:

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Ich dachte eigentlich, zum Sonnenuntergang würde ich alleine auf dem Gipfel sein. Einige Leute saßen noch vor der Hochrieshütte und blieben auch bis es langsam dunkel wurde. Einige kamen auch noch nach mir an:

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Das Licht kurz vor Sonnenuntergang war wirklich ein Traum:

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Als die Sonne untergegangen war, bin ich relativ schnell abgesteigen, weil der Weg oben relativ eisig war und ich diesen Teil nicht im dunklen absteigen wollte. Weiter unten konnte ich aber noch einige schöne Stimmungen einfangen:

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