Irland: The Glen

Die letzten Jahre haben wir immer im Süden Urlaub gemacht: Madeira, Mallorca und La Palma. Dieses Jahr wollten wir mal etwas anderes machen. Island, Irland, Schottland und Wales standen ganz oben auf unserer Liste interessanter Urlaubsländer. Island ist natürlich der Traum jedes Naturliebhabers: fantastische Landschaften, wunderschöne Küsten, im Sommer brüten dort Papageientaucher – was will man mehr? Island ist aber auch recht groß und ziemlich viel Fahrerei, zumindest wenn man größere Teile der Insel sehen will. Island würde erstmal noch etwas warten müssen. Die wilde, rauhe Landschaft Schottlands interessiert uns auch sehr, aber auch Schottland ist doch recht groß und hat auch noch Linksverkehr. Schottland flog also auch von unserer Liste. Blieben noch Irland und Wales. Ich habe vor einigen Jahren mal eine Woche in Wales Urlaub gemacht, bin den Pembrokeshire Coast Path entlanggelaufen und habe auf Skomer Island Papageientaucher fotografiert. In Irland war ich mal vor zwanzig Jahren mit meinen Eltern. Das Land hat mir sehr gut gefallen. Nach etwas hin und her haben wir uns schließlich für Irland entschieden, da es uns etwas abwechslungsreicher vorkam.

Irland ist allerdings auch recht groß, der berühmte Wild Atlantic Way führt 2500 km an der Küste entlang. Wir waren uns von Anfang an einig, daß wir uns nur einen Teil Irlands anschauen würden. Mir gefiel damals Conemara recht gut, aber auch die Gegend rund um die Cliffs of Moher und den Ring of Kerry.  Nach einiger Internet-Recherche entschieden wir uns, je eine Woche auf der Iveragh-Halbinsel, um die der Ring of Kerry führt, und der Dingle-Halbinsel zu bleiben. Die Gegend ist sehr abwechslungsreich: wunderschöne Buchten, wilde Berge und Papageientaucher auf Skellig Michael.

Etwas mulmig war mir wegen der Fahrerei: Direktflüge von München gabs nur nach Dublin. Von dort zu unserer Unterkunft waren es etwas über 350 km. Da wir erst am Abend ankamen, entschieden wir auf halben Weg, in Ballycommon, zu übernachten und dann am nächsten Tag weiterzufahren.

Unsere Wohnung auf der Iveragh-Halbinsel war ungefähr 20 Minuten von Port Magee entfernt. Dort legen die Boote nach Skellig Michael ab, wo wir unbedingt Papageientaucher fotografieren wollten. Auf Skellig Michael befindet sich ein altes Kloster und es gibt nur sehr begrenzt Überfahren dorthin. Buchen konnte man die Fahrten aber erst im Frühjahr, was wir dann auch versucht haben. Entsetzt mußten wir feststellen, daß schon Stunden nach Buchungsbeginn alles restlos ausgebucht war. Der Grund ist wohl, daß einer der Star Wars Filme teilweise auf Skellig Michael gedreht wurde und daß deswegen jetzt viel mehr Leute die Insel besichtigen wollen. Wir haben dann glücklicherweise später noch eine Überfahrt buchen können.

Wir haben natürlich damit gerechnet, daß es in Irland auch im Juni regnen kann. Dementsprechend haben wir Regenjacken, Regenhosen und wasserdichte Schuhe eingepackt. Unsere Fotomotive- und “Orte, die wir unbedingt sehen wollen” Liste bestand allerdings trotzdem nur aus Badebuchten, Küste im Abendlicht und schönen Landschaften für Sonnenuntergänge. Ein Fehler, wie sich noch herausstellen würde. Zur Begrüßung gabs dann gleich mal einen Regenschauer:

Unsere Unterkunft in Ballycommon lag ziemlich genau auf halben Weg zu unserer Wohnung in The Glen auf der Iveragh-Halbinsel. Das Links-Fahren fand ich am Anfang schon recht ungewohnt, allerdings war ein Großteil der Strecke nach Ballycommon Autobahn. Große Straßen mit viel Verkehr und Autobahnen haben mir keine Probleme bereitet. Problematischer war das Losfahren und das rechts Abbiegen auf kleinen Straßen ohne Verkehr. Da bin ich doch ein paarmal auf der rechten Seite der Straße gelandet. Auf engen Straßen bin ich am Anfang auch ein paar mal zu weit links gefahren und habe den Randstein touchiert. Nach ein paar Tagen hat man sich aber dran gewöhnt. Und die Uli hat mir immer zuverläßig Bescheid gegeben wenn ich mal auf die falsche Straßenseite gefahren bin.

In Ballycommon sind wir dann abends noch in einem Pup Essen gegangen:

Man kann natürlich nicht in Irland Urlaub machen, ohne ein Guinness getrunken zu haben:

Kurze Zeit später:

Das Frühstück war recht üppig:

Bevor wir weitergefahren sind, haben wir noch einen kurzen Abstecher zum Lough Derg gemacht:

Der Lough Derg ist der drittgrößte See Irlands und einer der drei Seen, zu denen sich der Shannon, der längste und wasserreichste Fluß Irlands, aufweitet.

Von Ballycommon waren es noch ungefähr 170 km bis zu unserer Wohnung in The Glen auf der Iveragh-Halbinsel. Bis Limerick konnten wir weiter auf der Autobahn fahren. Danach wurden die Straßen deutlich schmaler und wir kamen nur noch langsam vorran. In Killorglin haben wir dann kurz Pause gemacht. Das letzte Stück bis zu unserer Wohnung fuhren wir dann auf dem Ring of Kerry. Die Wohnung in The Glen am Skellig Ring hat uns sehr gut gefallen:

Blick von unserer Wohnung aufs Meer:

Mit dem Wetter hatten wir leider kein Glück. Es hat die meiste Zeit geregnet und wir hatten nur stundenweise mal kurz etwas Sonne. Meistens sah es so aus wie hier an der St. Finan’s Bay, die nur ein paar Kilometer von unserer Wohnung entfernt war:

Es war auch relativ kühl und wir waren froh, einen Kamin zu haben:

Ein Blick aus dem Fenster unserer Wohnung hat sich aber immer gelohnt. Regelmäßig liefen Vögel durch unseren Garten, wie diese Singdrossel:

Und auch Pferde statteten uns einen Besuch ab:

Die Skelligs Chocolate Manufaktur war nur ein paar Kilometer von unserer Wohnung entfernt. Dort kann man die verschiedenen Schokoladensorten probieren und natürlich auch kaufen. Eine willkommene Abwechslung bei dem schlechten Wetter. Uli hat der Besuch dort jedenfalls gefallen:

Kurz bevor wir zu unserer zweiten Wohnung auf der Dingle-Halbinsel umgezogen sind, hatten wir dann doch nochmal Glück mit dem Wetter:

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