Skellig Michael

Ich habe vor einigen Jahren Papageientaucher auf Skomer Island vor der Küste von Wales fotografiert, und war absolut begeistert von den putzigen Vögeln. In Irland wollten wir unbedingt wieder Papageientaucher fotografieren. Wir haben schnell herausgefunden, daß es sie auf Skellig Michael, das etwa 12 km von der Küste der Iveragh-Halbinsel entfernt ist, gibt. Der Zugang zur Insel ist streng limitiert, es gibt jeden Tag nur eine feste Anzahl von Überfahrten. Deshalb sollte man vorher unbedingt Plätze auf dem Schiff buchen.

Hier fingen dann unsere Probleme an: als wir unsere Überfahrt buchen wollten, mußten wir feststellen, daß alle Plätze schon nach Stunden komplett ausgebucht waren. Neben jeder Menge Vögel gibt es auf Skellig Michael auch noch ein altes Kloster aus dem 6. Jahrhundert, und einer der Star Wars Filme wurde teilweise dort gedreht. Vor allem letzteres ist wohl der Grund warum man kaum noch Plätze auf den Schiffen bekommt. Uli hat dann nach einigen Telefonaten und Emails erfahren, daß es noch ein zweites Kontingent an Überfahrten gibt und wir haben es geschafft, eine für uns zu reservieren.

Die Boote nach Skellig Michael fahren von Ballinskelligs und von Portmagee. Portmagee hat etwa 400 Einwohner und liegt am Skellig Ring. Von dort führt auch eine Brücke nach Valentia Island:

Die Bilder von Portmagee sind erst nach unserer Fahrt nach Skellig Micheal enstanden, als das Wetter deutlich besser war. An dem Tag als wir nach Skellig Michael sind, hat es leider von Früh bis Abend geregnet. Die Schiffe, die zur Insel fahren, sind relativ klein und schaukeln bei unruhiger See ziemlich, was auch an diesem Tag der Fall war. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde.

Landschaftlich ist die Insel wirklich beeindruckend: ein spitzer Felszacken, der auf allen Seiten steil ins Meer abfällt. Bei dem Wetter wirkte die Insel eher wie Mordor, dem bekannten Vulkan aus Herr der Ringe. Fotos habe ich von Skellig Michael leider keine gemacht, da ich schon das Tele für die Papageientaucher an der Kamera hatte und bei dem Regen nicht Objektive wechseln wollte. Uli hatte eine zweite Kamera dabei, ihre Bilder gibt es hier.

Vom Boot mußte man dann erstmal etwas abenteurlich an Land gelangen. Ein steiler, teilweise ausgesetzter und vor allem bei Regen rutschiger Weg führt Richtung Kloster, daß sich etwas unterhalb des Gipfels befindet. Allerdings hing die Spitze inklusive Kloster komplett in den Wolken, wir entschieden uns also, nicht zum Kloster zu gehen.

Schon nach ein paar Metern sahen wir die ersten Papageientaucher unterhalb des Weges sitzen und unser Herz schlug höher. Aber war das alles? Oder gab es weiter oben noch mehr Papageientaucher? Wir wurden nicht enttäuscht: überall neben dem Weg saßen unzählige Papageientaucher:

Das Fotografieren war an diesem Tag leider wirklich kein Spaß: ständig mußte man das Objektiv putzen und irgendwie versuchen, die Fotoausrüstung halbwegs trocken zu halten. Zum Glück haben die Papageientaucher praktisch keine Angst vor Menschen, man kann sie in aller Ruhe fotografieren:

Man kann die Puffins aus wenigen Metern Abstand fotografieren:

Da das Wetter am Nachmittag noch schlechter werden sollte, fuhr unser Boot eher zurück, so daß wir nicht sehr viel Zeit auf der Insel hatten. Aber irgendwann war an Fotografieren eh nicht mehr zu denken, da wir die Objektive einfach nicht mehr trocken bekamen:

Also machten wir uns auf den Rückweg zum Boot. Auf dem Heimweg fuhr das Schiff noch an Little Skellig vorbei, auf dem etwa 30.000 Basstölpel brüten. Ein beeindruckender Anblick!