Naturfototage

Seit einigen Jahren besuche ich die Naturfototage in Fürstenfeldbruck. Auch dieses Jahr gab es wieder ein hochkarätiges Vortragsprogramm. Dieses Jahr habe ich mir die Vorträge Polarbären – Welche Zukunft haben die Herren der Arktis von Marco Urso, Wölfe in Finnlands wilden Wäldern von Lassi Rautiainen und Abenteuer Alaska von Bernd Römmelt angesehen. Alle drei Vorträge haben mir sehr gut gefallen, wobei jeder Vortrag unterschiedliche Akzente setzte: der Polarbären-Vortrag vermittelte viel Hintergrundwissen zum Thema Klimaerwärmung. Auch wenn ich schon einige Bücher zum Thema Klimaerwärmung gelesen habe, so ist es doch immer wieder aufs Neue schockierend wie tiefgreifend der Mensch die Ökosysteme unseres Planeten verändert, und vermutlich nicht zum Besseren. Lassi Rautiainen präsentierte seine Bilder von Bären, Wölfen, Vielfraßen und vielen anderen Tieren gewohnt witzig, und die Bilder die er zeigte, waren absolut Klasse.  Mein absolutes Highlight war dann aber doch der Alaska-Vortrag von Bernd Römmelt, weil es einfach ein fantastisches Land ist, und Bernd den Vortrag auch wirklich mitreißend präsentiert hat. Man merkt einfach wie ihn Alaska fasziniert.

Wie auch in den Jahren zuvor hatten die großen Hersteller ihre Supertele dabei, die man ausprobieren konnte. Leider brauchte man für die meisten Nikon-Kameras CF Karten, die ich nicht habe. Am 800/5.6 hing aber eine D500. 1200 mm Brennweite, nicht schlecht! Leider war man mit der Motivwahl ziemlich eingeschränkt, weil man die Supertele natürlich nicht mitnehmen konnte. Ein paar Fotos (bei bescheuertem Mittagslicht) hab ich trotzdem gemacht:

100% Crop vom Auge:

Die Bilder sind nur mit den Standardeinstellungen von LR nachgeschärft. Schon bei Offenblende auch an einer Cropkamera beeindruckend scharf! Leider ist ein 800/5.6 weit jenseits dessen was ich mir leisten kann und will.

Olympus hatte das 300/4 dabei. Da ich neben Nikon auch eine Olympus OM-D EM5 habe, war ich natürlich gespannt wie gut das 300/4 ist. Leider konnte man das 300/4 nicht ausleihen, sondern mußte es vom Stativ mit den ganzen anderen Superteles testen, was die Motivwahl wiederrum ziemlich einschränkte. Man konnte nur einen Adler halbwegs vernünftig fotografieren:

Das Bild wurde mit 1.4x TC an einer EM1-II bei Offenblende gemacht. Im Hintergrund ist ein Biergarten, das Bokeh ist dafür schon recht gefällig. Hier der 100% Crop vom Auge:

Das Objektiv ist auch mit TC bei Offenblende scharf, durchaus beeindruckend! Hier noch ein Bild ohne TC bei Offenblende:

100% Crop vom Auge:

Der AF des 300/4 ist sehr schnell und treffsicher. Das 300/4 ist natürlich deutlich kleiner und leichter als die ganzen Canon / Nikon Supertele.

Es gab auch wieder einen Fotomarkt. Die großen Hersteller (Canon, Nikon, Olympus, Fuji…) hatten alle Stände. Ich habe mir das Olympus 12-100/4 für eine Viertelstunde ausgeliehen. Leider habe ich übersehen daß meine Kamera noch auf ISO 800 eingestellt war, deswegen sind die folgenden Bilder etwas verrauscht.

Olympus 12-100/4 an der EM5 bei 100 mm und Offenblende:

100% Crop (leider verrauscht wegen ISO 800):

Das finde ich für ein Superzoom am langen Ende bei Offenblende schon recht beeindruckend! Das Bokeh ist für ein Superzoom wirklich nicht schlecht (100 mm bei Offenblende):

100% Crop der Lampe:

Die Naheinstellgrenze des Objektivs ist wirklich beeindruckend:

Das Bild ist bei 12 mm und Offenblende aufgenommen. Wieder ein 100% Crop aus der Mitte:

Es war relativ windig und das Teil hat ziemlich gewackelt, kann also durchaus sein daß der Fokus nicht perfekt sitzt. Leider gabs noch keine Blümchen, aber 100mm und f/4 gepaart mit der super Naheinstellgrenze eignen sich sicher recht gut zum Blümchen fotografieren:

Und nochmal 100mm und Offenblende:

Landschaft geht natürlich auch:

Das Foto ist bei 12 mm, f/5.6 und ISO 800 gemacht. Bei Offenblende hab ich leider keins aufgenommen. Hier ein 100% Crop aus der Mitte:

Und hier vom linken Rand:

Das 12-100/4 hat mich schon wirklich beeindruckt: schon bei Offenblende scharf, ein wirklich toller Brennweitenbereich und eine Klasse Naheinstellgrenze. Ein weiter Vorteil ist wohl der eingebaute Stabi, der zusammen mit dem In-Body Stabi der Olympus-Kameras abartig lange Belichtungszeiten aus der Hand erlaubt. Das konnte ich allerdings nicht testen.  Ein Wermutstropfen ist allerdings die Größe. An der EM-10 und der EM-5 ist das Objektiv schon arg groß. An der EM1 empfinde ich es als ok. Das Gewicht ist mit knapp unter 600g noch ok.

Zugegeben, das 12-100/4 würde mich als Urlaubsobjektiv schon sehr reizen: wenn man mal von Wildlife absieht würde ich mit dem 12-100/4 als einziges Objektiv wunderbar klarkommen. Und zusammen mit der em1(-II) kommt man nur auf knapp über ein Kilo. Mit dem 300/4 gibt es auch eine tolle Option für Wildlife. Was spricht dagegen? Für mich in erster Linie der Preis: Eine em1-II + 12-100 + 300/4 kosten halt knapp 5000 Euro (Neupreise bei Amazon). Ich habe mir die EM-5 als Ergänzung für mein Nikon FX / DX System gekauft und so eine Investition könnte ich nur rechtfertigen wenn ich mein Nikon-System verkaufe. Anderseits ist meine Nikon D7200 + Sigma 17-70 + Sigma 100-400 auch nicht viel größer und schwerer und von der Qualität nicht viel schlechter. Das Sigma 100-400 ist für den Preis einfach erstaunlich gut, auch am langen Ende bei Offenblende. Das Olympus 300/4 ist sicher optisch etwas besser und mit TC hat man auch noch etwas mehr Brennweite, der AF ist deutlich schneller und es hat einen besseren Stabi. Andererseits verliert man die Flexibilität des 100-400. Das Sigma 17-70 ist nicht schlechter als das 12-100/4, aber einen so genialen Brennweitenbereich hat es halt nicht.