Erdkröten

Im Frühling freue ich mich immer besonders auf die Paarungszeit der Erdkröten. Normalerweise bekommt man Erdkröten selten zu Gesicht, sie sind nachtaktiv und leben versteckt in den Wäldern. Aber zur Paarungszeit wandern sie zu ihren Laichgewässern und verlieren ihre Scheu, eine gute Gelegenheit sie zu fotografieren.

Trotzdem ist es immer noch eine Herausforderung, die Kröten zu fotografieren: sie sind relativ klein, meist schauen nur die Augen aus dem Wasser, an den Ufern der Laichgewässer ist oft ziemlich unfotogenes Gestrüpp und sie sind entweder viel zu weit weg oder direkt vor einem, so daß man sie nur von oben fotografieren kann.

Am Anfang sind mir deswegen nur dokumentarische Photos gelungen. Irgendwann kam ich dann auf die Idee, einen Ast ins Wasser zu legen, in der Hoffnung daß sich die Kröten auf den Ast setzen würden, und ich sie so besser fotografieren könnte. Das hat in der Tat recht gut funktioniert, und gerade am Abend konnte ich so einige schön freigestellte Fotos machen.

Dieses Jahr war ich zweimal bei den Kröten. Am ersten Tag waren noch recht wenige im Teich und sie waren nicht sehr zutraulich, was den Vorteil hatte, daß  es eine perfekte Spiegelung gab:

Am nächsten Tag waren die Kröten sehr viel aktiver und hatten ihre Scheu fast komplett verloren. Leider war es nicht mehr möglich, Bilder mit Spiegelung zu machen, weil einfach zu viele im Teich waren. Dafür schwammen sie immer wieder auf meinen Ast:

Zwei Kröten nebeneinander zu fotografieren ist mir nur ganz selten gelungen. Normalerweise versucht eine Kröte sofort, der anderen auf den Rücken zu steigen. Sie sind in der Wahl der Partner nicht besonders wählerisch: Männchen steigen regelmäßig anderen Männchen auf den Rücken. Sie bemerken ihren Irrtum aber schnell und lassen wieder los.

Bei den folgenden Bildern habe ich versehentlich den Weißabgleich der Kamera verstellt. Die doch eher unnatürlichen Farben haben mich dann inspiriert, die Bilder mit einem etwas unnatürlichen Weißabgleich zu bearbeiten:

Die Fotos finde ich recht ansprechend.

Am zweiten Tag hatte ich auch meine Olympus TG-5 dabei. Ich wollte einige Unterwasseraufnahmen und Dokumentationsbilder machen. Die Kamera hat eine geniale Naheinstellgrenze, so daß ich die Kröten aus nächster Nähe fotografieren konnte:

Die Krötenmännchen sind in der Paarungszeit wirklich komplett Hormon-gesteuert. Oft klammern sie sich an einem Pärchen fest. Das kann dann soweit gehen daß große Bälle aus unzähligen Kröten entstehen, die ertrinken, weil die Männchen nicht mehr los lassen:

So wirklich romantisch ist die Krötenpaarung nicht:

Krötenpärchen aus nächster Nähe: