Feb
13

Sleme

Das absolute Highlight meines Slovenien-Kurzurlaubs war für mich die Wanderung auf den Sleme. Bei schönstem Wetter bin ich früh morgens von Soca zum Vrsic Pass, und dann unzählige Kurven hinauf zum höchsten Punkt des Passes. Und war dann erstmal richtig enttäuscht: auf der anderen Seite des Passes hingen tiefe Wolken die in meine Richtung zogen und auch die Berggipfel hingen schon in den Wolken.

Nach der langen Fahrt über die kurvige Straße hatte ich aber keine Lust wieder zurück zu meiner Pension zu fahren. Getreu dem Motto, es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrüstung, habe ich meine Sachen zusammengepackt und mit dem Aufstieg begonnen. Nach einer halben Stunde habe ich dann gemerkt, daß ich den falschen Weg hochlaufe.

So ganz allmählich war ich doch etwas gefrustet. Aber immerhin war der Ausblick recht nett:

Die Wolken die sich überall breit machten, gefielen mir aber gar nicht. Nach ner weiteren Dreiviertelstunde war ich dann ungefähr wieder so hoch wie zuvor. Die Gipfel hingen weiterhin in den Wolken, aber die Landschaft beeindruckte mich auch mit Wolken:

Der Weg zum Sleme führt dann unterhalb der Nordwände der Mojsrovka durch einen Lärchenwald:

Die Landschaft dort ist wirklich einmalig schön. Das Wetter wurde auch besser und die Wolken lösten sich langsam auf:

Zuletzt gehts dann über Almwiesen hinauf zum Gipfel des 1939 Meter hohen Sleme. Die Aussicht auf die Nordwände des Mojsrovka und den Jalovec (ganz rechts) ist wirklich atemberaubend:

Der Gipfel des Jalovec:

Auch der Blick in die andere Richtung ist wunderschön:

Ich saß recht lange am Gipfel und genoß die Sonne und die wunderschöne Aussicht. Der unscheinbare Gipfel des Sleme ist wirklich ein Aussichtsberg par excellence.

Auch beim Abstieg mußte ich nochmal jede Menge Fotos machen, die Felsberge und die wunderschönen Herbstfarben haben es mir wirklich angetan:

Feb
11

Trenta

Die Gegend rund um das kleine Dorf Trenta, das südlich vom Vrsic-Paß am Oberlauf der Soca liegt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Landschaft ist hier rauher, Trenta ist von wilden Felsbergen umgeben. Die folgenden Bilder sind auf einer ersten Erkundungsfahrt entlang der Soca zum Vrsic-Paß entstanden:

Die Stahlseil-Hängebrücken mit Eichen-Bohlen-Besatz findet man überall entlang der Soca. Einige sehen allerdings schon ziemlich in die Jahre gekommen aus und so ganz geheuer war es mir nicht, mich draufzustellen.

Am Nachmittag habe ich dann noch einen Ausflug ins Zadnjica-Tal bei Trenta gemacht. Es war ein recht spontaner Ausflug, ich war schon relativ müde und ich wollte eigentlich nur ein paar Minuten den Weg lang laufen, um zu schauen wie es dort aussieht. Den Fotorucksack und das Stativ habe ich auch im Auto gelassen, die Kamera hab ich dann aber doch mitgenommen. Zum Glück.

Die Wanderung beginnt erstmal recht unspektakulär auf einer Forststraße. Nach einer Viertelstunde wird die Landschaft dann richtig beeindruckend, mit hohen Felsbergen. An diesem wirklich idyllisch gelegenen Haus mußte ich dann einen ersten Fotostopp einlegen:

Eigentlich wollte ich nur kurz die Gegend erkunden, aber die Landschaft im Zadnjica-Tal hat mich so fasziniert, daß ich weitergelaufen bin. Leider zog der Himmel innerhalb kürzester Zeit zu, so daß ich keine weiteren Aufnahmen der beeindruckenden Bergkulisse gemacht habe, sondern mich stattdessen entschieden habe, zu einem Wasserfall zu laufen, den ich unterwegs gesehen habe.

Zuerst ging es durch einen schönen Herbstwald ein paar Minuten den Berg hinauf:

Nach etwas Kraxelei über und unter Felsen durch stand ich dann vor dem Wasserfall:

Den Wasserfall selber fand ich nicht so beeindruckend, dafür die Landschaft beim Wasserfall umso mehr:

Auf dem Rückweg hab ich dann noch an dieser schönen Stelle am Fluß, der durch das Zadnjica-Tal fließt, halt gemacht:

Die Landschaft im Zadnjica-Tal hat mich so fasziniert, daß ich am nächsten Tag nochmal hin bin. Ich wollte unbedingt noch die Bergkulisse fotografieren:

Diesmal bin ich über ne Stunde in das Tal gelaufen. Die Berge dort sind wirklich beeindruckend und wenn ich mal wieder in der Gegend bin muß ich da unbedingt eine Bergtour machen. Auf dem Rückweg kam ich dann an diesem schön gelegenen Haus vorbei:

Wenn man von Trenta weiter Richtung Vrsic-Paß fährt und am Fuß des Passes links abbiegt, kommt man zu einer Hütte, von der aus man zur Soca-Quelle laufen kann. Der Weg ist nicht besonders weit, aber am Schluß recht schmal und ausgesetzt, aber mit Drahtseilen versichert. Da ich einen schweren Fotorucksack und ein Stativ dabei hatte, das mir auf dem schmalen Weg doch ziemlich im Weg war, habe ich kurz vor der Quelle kehrt gemacht.

Läuft man von der Hütte noch etwas weiter, kommt man in ein malerisches Tal mit alten Häusern, das von hohen Bergen umgeben ist:

Ich habe hier ziemlich lange fotografiert, das Tal war für mich auf jeden Fall eines der Highlights meines Slovenien-Urlaubs und nächstes Mal muß ich hier unbedingt eine Bergtour machen.

Feb
3

Entlang der Soca

Eigentlich wollte ich Anfang Oktober ein paar Tage in den Dolomiten wandern. Da der Wetterbericht aber ziemlich durchwachsen war, schaute ich mich notgedrungen nach einem Alternativziel für einen Kurzurlaub um. Die Gegend um Oberstdorf wollte ich auch schon lange mal erkunden, aber auch hier war der Wetterbericht zu schlecht zum Wandern. Schließlich entschied ich mich für Slovenien, da es dort neben eindrucksvollen Bergen auch wunderschöne Schluchten und Wasserfälle als Alternativprogramm für schlechtes Wetter gab.

Ursprünglich hatte ich vor, in Bovec zu wohnen, aber Uli hat dann ein schönes Gästehaus im kleinen Ort Soca (am gleichnahmigen Fluß) für mich gefunden. Der kleine Ort ist ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungstouren entlang der Soca und im Gebirge oberhalb der Soca.

Die Anfahrt verlief problemlos: über die A8 gings von München nach Salzburg und von dort weiter nach Villach und Tarvisio. Von dort gehts durch die Berge Richtung Slovenien. Am Raibler See hab ich einen kurzen Stopp eingelegt:

Von Tarvisio ist man relativ schnell in Slovenien.

Ich hatte mir vor dem Urlaub eine Liste mit Orten gemacht, die ich unbedingt sehen wollte. Im Nachhinein waren es aber Ziele, die ich gar nicht auf der Liste hatte (oder unter der Rubrik kann man vielleicht anschauen wenn noch Zeit ist), die mich am meisten fasziniert haben. Das lag auch etwas daran, daß das Wetter dann doch besser war als vorhergesagt und ich, statt Wasserfälle zu fotografieren, doch recht viel gewandert bin, wenn auch keine richtig langen Bergtouren.

Die folgenden Bilder sind entlang der Soca entstanden. Für den Blog-Artikel (und die folgenden) habe ich mich für die Flußaufwärts-Richtung entschieden, einfach deswegen weil die Wanderung auf den Sleme (schon deutlich überhalb der Soca) für mich das Highlight des Urlaubs war, wenn auch nicht aus fotografischer Sicht.

Das erste Bild zeigt den beendruckenden Slap Kozjak bei Kobarid, den ich am vorletzten Abend meines Urlaubs besucht habe:

Der Wasserfall befindet sich in einer Höhle. Ich hatte an dem Abend eigentlich gar nicht vor, so weit zu fahren. Ich war auch recht spät dran und kam erst eine Stunde vor Sonnenuntergang in Kobarid an. Man kann nicht direkt am Wasserfall parken, sondern muß erstmal eine dreiviertel Stunde hinlaufen. Der Weg ist recht schön, man geht erst entlang der Soca und dann eine Viertelstunde den Berg rauf. Als ich beim Wasserfall ankam war die Sonne schon fast weg und ich dachte eigentlich, daß ich alleine dort bin. Weit gefehlt: eine Gruppe Jugendlicher war in der Höhle. In die Höhle mit dem Wasserfall kommt man nur über einen schmalen Weg aus Holzbrettern ohne Geländer und ein paar Meter über den Boden. Hier hätte ich gerne drauf verzichtet, dauern an Leuten vorbei zu müssen. In der Höhle war es wirklich ziemlich dunkel. Die Aufnahme oben entstand mit 30 Sekunden Belichtung und ISO 800 bei Blende f/5.6. Das hatte die Jugendlichen aber anscheinend nicht davon abgehalten zu versuchen, den Wasserfall mit einer Drohne zu fotografieren. Jedenfalls hatten sie ne kaputte Drohne dabei…

Der nächste Wasserfall, den ich fotografieren wollte, ist der Slap Virje bei Bovec. Den Wasserfall erreicht man gut mit dem Auto, man muß nur am Schluß noch ein paar Minuten einen steilen Weg hinunterlaufen. Ich hatte schon einige Bilder von dem Wasserfall gesehen und ihn mir irgendwie kleiner vorgestellt. Der Wasserfall ist gut 12 Meter hoch und die Wassermassen, die da hinterstürzen, sind schon recht beeindruckend:

Als ich vor einigen Jahren im Frühjahr mit Uli in Slovenien waren, wollte ich unbedingt den bekannten Wasserfall in der Großen Soca Klamm sehen. Wir haben damals am Bohinj-See gewohnt  und sind über den Vrsic-Paß zur Soca gefahren und wieder zurück. Die Große Soca Klamm haben wir aber nicht gefunden. Eigentlich ist es kein großes Problem die Klamm zu finden wenn man ungefähr weiß wo sie ist. Wirkliche Hinweisschilder gibts aber nicht und es ist auch keine Klamm im klassischen Sinn: es führt ein schmaler Trampelpfad oberhalb der Klamm entlang und an einigen Stellen kommt man etwas weiter runter. Den bekannten Wasserfall kann man nur von einer Stelle vernünftig fotografieren, alles andere wäre halsbrecherisch:

Die Lepenicjia, ein wunderschöner Zufluß der Soca mündet kurz hinter dem dem Dorf Soca in den gleichnamigen Fluß. Eigentlich hatte ich vor, eine längere Wanderung entlang der Lepenicjia zu unternehmen. Da ich allerdings recht viel Zeit mit ungeplanten Spontanausflügen verbracht hatte, ging sich das nicht mehr aus. Einen kurzen Ausflug zur Lepenicjia wollte ich aber doch noch machen, also bin ich mit dem Auto durch das Lepena-Tal gefahren. Das Foto zeigt eine der für das Soca-Gebiet typischen Brücken über die Lepenicjia. Im Gegensatz zu einigen anderen sah die noch ganz ok aus. Bei den anderen habe ich einfach gehofft, daß die Bretter nicht genau jetzt durchbrechen würden…

Leider ist der obere Teil des Lepena-Tals und der Oberlauf der Lepenicjia nicht mehr auf meiner Kompaß-Wanderkarte Slovenien Deutschland / Österreich / Italien enthalten. Ich hatte vor dem Urlaub einige schöne Bilder von kleinen Wasserfällen der Lepenicjia gesehen und wußte nicht genau, wo man loslaufen mußte, um zu den Wasserfällen zu kommen. Ich bin die Straße durch das Lepena-Tal bis zum Ende gefahren. Dort standen einige Autos, freie Parkplätze gab es aber nicht mehr. Also ließ ich das Auto weiter unten stehen und bin ein den nächstbesten Weg langgelaufen. Nach einer halben Stunde kam ich zur Lepenicjia. Das Glück war auf meiner Seite, ich hatte zufällig eine recht schöne Stelle gefunden:

 

Später habe ich dann gelesen, daß vom oberen Parkplatz eine Wanderung an einem Wasserfall vorbei zu einem Bergsee führt.

Schöne Sonnenuntergänge waren leider Mangelware, aber einmal kam ich dann doch zum genau richtigen Zeitpunkt heim, um noch etwas Alpenglühen zu fotografieren:

Das Foto ist in unmittelbarer Nähe des Gästehauses Andrejc entstanden.

Jan
21

Ziesel

Dieses Jahr sind wir sehr spontan Anfang Juli für ein verlängertes Wochenende zu den Zieseln nach Wien gefahren. Wir sind Freitag Mittag losgefahren und dachten, daß wir rechtzeitig da sind, um abends noch Ziesel im Licht der untergehenden Sonne fotografieren zu können. Bis Salzburg kamen wir auch problemlos durch, in Salzburg standen wir dann aber im Stau. Und auch im weiteren Verlauf standen wir immer wieder im Stau und es wurde immer später. So langsam begannen wir uns damit abzufinden, daß wir wohl erst am Samstag Ziesel fotografieren würden.

Das Glück war dann allerdings doch noch auf unserer Seite, der Stau löste sich auf und wir schafften es, eine Stunde vor Sonnenuntergang bei den Zieseln zu sein. Wie auch die Jahre zuvor konnten wir es kaum erwarten, zu den niedlichen Nagern zu kommen. Als wir das Auto dann neben der Wiese parkten und die süßen Kleinen über die Wiese rennen sahen, packten wir so schnell es ging unser Fotozeug zusammen und gingen zu den Zieseln.

Uli hatte einige Äste mit Himbeeren dabei. Die Ziesel haben sich nach den Himbeeren gestreckt und so ist dieses Foto entstanden:

Den Ast habe ich dann rausgestempelt. Die beiden sehen etwas enttäuscht aus weil sie keine Himbeeren mehr bekommen haben:

Das mit dem Futter ist so eine Sache: die Ziesel sind ganz schön dick geworden. Es sind nicht nur Fotografen, die die Ziesel füttern, sondern auch Spaziergänger. Aber ich muß zugeben daß es einfach Spaß macht, die Kleinen zu füttern. Sie verlieren jede Scheu, sitzen direkt vor einem und lassen sich sogar streicheln. Wir haben sie hauptsächlich mit Ziesel-Futter gefüttert, und nur eine handvoll Himbeeren für Fotos dabei gehabt.

Während sie fressen kann man die Ziesel problemlos mit einem Weitwinkel-Objektiv fotografieren:

Mein Lieblingsbild von diesem Jahr:

Ein kleines Making Of: die meisten Bilder sind mit dem Sigma 120-300 + 1.4x Telekonverter an der D7200 entstanden. Das Objektiv stellt einfach wunderbar frei und das Bokeh ist auch mit 1.4 Telekonverter noch hervorragend. Leider sind die Ziesel nicht immer da, wo man sie gerne hätte:Aber zugegeben: wenn so ein Ziesel neugierig vor einem sitzt, dann tritt das Fotografieren auch mal in den Hintergrund und man freut sich einfach über das tolle Erlebnis:

Jan
2

Tropische Schmetterlinge

Die Schmetterlings-Ausstellung im Botanischen Garten in München ist jedes Jahr ein Highlight für mich. Dieses Jahr war ich einen Tag vor Weihnachten (ein Samstag) dort. Ich hatte gehoft, daß da nicht so viele Leute hingehen würden und wurde nicht enttäuscht. Anfangs waren wir tatsächlich nur zu zweit in der Ausstellung, später kamen dann noch einige Leute, aber richtig voll war es auch um elf noch nicht.

Stative sind in der Zwischenzeit nicht mehr erlaubt. Ich habe allerdings eh schon länger kein Stativ mehr mit in die Ausstellung genommen, da mir das Herumhantieren mit dem Stativ in der doch eher engen Ausstellung einfach zu umständlich ist. Mit dem Tamron 90/2.8 VC kann man an der Nikon D7200 auch bei schlechtem Licht relativ moderaten ISO Werten (ISO 800-1600) problemlos aus der Hand fotografieren.

Dieses Jahr habe ich neben dem Makro noch das neue Sigma 100-400 OS mit in die Ausstellung genommen. Das Sigma 100-400 eignet sich wegen der guten Naheinstellgrenze wunderbar für Schmetterlinge und ich mag längere Brennweiten für Makros recht gerne. Ein Problem ist allerdings, daß man bei 400 mm am Crop doch relativ kurze Belichtungszeiten braucht, um scharfe Bilder zu erhalten. Mit dem Sigma 100-400 mußte ich wegen der schlechten Lichtverhältnisse an dem Tag mit ISO doch recht weit rauf gehen (ISO 3200-6400).

Die meisten Bilder habe ich dieses mal mit dem Sigma 100-400 gemacht und die Bildqualität des Sigma 100-400 begeistert mich in Anbetracht des recht günstigen Preises jedes Mal aufs neue. Die Schmetterlings-Ausstellung im Botanischen Garten ist wirklich sehr zu empfehlen, und gerade um Weihnachten herum ist in der Früh auch nicht allzuviel los, was zum Fotografieren doch sehr angenehm ist.

Tropischer Schmetterling

Tithorea harmonia – Tiger Harmonia

Tithorea harmonia – Tiger Harmonia

Malachitfalter

Heliconius erato ?

Weiße Baumnymphe

Weiße Baumnymphe

Blauer Morphofalter ?

Tropischer Schmetterling

Weiße Baumnymphe