Nov
11

Blasket Islands

Die Blasket-Inseln, eine Gruppe kleiner, heute unbewohnter Inseln vor der Spitze der Dingle-Halbinsel, wollten wir unbedingt noch besuchen. Die mit Abstand größte Insel, Great Blasket Island, ist per Fähre gut erreichbar. Vor dem Besuch der Inseln lohnt sich ein Besuch im Blasket Center, in dem man sich über die Geschichte der Inseln informieren kann.

Die fünf größeren Inseln waren über mehrere Jahrhunderte bewohnt. Die Lebenweise galt als sehr archaisch, da sie größtenteils auf Tauschhandel beruhte und die Lebensbedingungen sehr primitiv waren. Mitte des 20. Jahrhunderts verließen die letzten Einwohner die Inseln und heute zeugen nur noch Ruinen von den einstigen Bewohnern.

Am Blasket-Center lohnt sich ein Spaziergang entlang der Küste:

Dort befindet sich auch das verfallene Schulhaus aus dem bekannten Film Ryan’s Daughter:

Von Dunquin Pier aus gibt es eine Fährverbindung nach Great Blasket Island. Weitere Fährverbindungen gibt es von Dingle aus. Ein Besuch von Dunquin Pier lohnt sich wegen der beeindruckenden Küste dort auf jeden Fall:

So einen Regentag wie auf Skellig Michael wollten wir allerdings nicht nochmal erleben und wir warteten deshalb auf besseres Wetter. Das Wetter war allerdings auch in der zweiten Woche, die wir auf der Dingle-Halbinsel verbrachten, nicht wirklich toll. Erst gegen Ende des Urlaubs besserte sich das Wetter. Als wir dann am ersten schönen Tag nach Dunquin Pier fuhren, um nach Great Blasket Island überzusetzen, waren wir ziemlich enttäuscht daß die Fähren wegen zu viel Wind und Wellen nicht fuhren.

Am nächsten Tag versuchten wir es dann nochmal und hatten mehr Glück. Die Überfahrt erfolgt auf einer größeren Fähre, die allerdings weder in Dunquin Pier, noch bei Great Blasket Island anlegen kann. Ein kleines Schlauchboot bringt einen vom Dunquin Pier zur Fähre und von der Fähre zum Anlegesteg auf Great Blasket Island.

Auf Great Blasket Island kann man mit etwas Glück Robben fotografieren. Man kann hier sicher nicht so tolle Bilder machen wie auf der Düne bei Helgoland, da die Robben deutlich scheuer sind. Aber es ist trotzdem ein tolles Erlebnis, die Robben zu beobachten und zu fotografieren:

Die ganze Insel haben wir leider nicht anschauen können, da wir erst am Nachmittag hingefahren sind. Die Landschaft Nahe der Anlegestelle ist aber sehr beeindruckend:

Nahe der Anlegestelle der Fähre befinden sich auch die Ruinen der Häuser der einstigen Bewohner:

Wenn man auf der Dingle-Halbinsel Urlaub macht, sollte man auf jeden Fall einen Besuch auf Great Blasket Island einplanen: die Insel ist leicht zu erreichen, landschaftlich reizvoll, historisch interessant und mit etwas Glück sieht man Robben am Strand.

Oct
29

Entlang der Küste Dingles

Auf der Dingle-Halbinsel findet man einige der schönsten Strände und Buchten Irlands. Besonders entlang des Slea Head Drives ist die Küste sehr spektakulär.

Von Südosten kommend ist Inch Beach auf jeden Fall einen Stopp wert: der sechs Kilometer lange Sandstrand ist bei Surfern beliebt und läßt sich mit dem Auto befahren. Bei gutem Wetter sieht man die Berge der Iveragh-Halbinsel. Einige Szenen des bekannten Films Ryan’s Daughter wurden dort gedreht.

Es gibt direkt an der Bucht ein gutes Cafe mit leckerem Kuchen und Irish Coffee:

Weiter westlich befindest sich eine sehenswerte Ruine, Minard Castle:

Die Stadt Dingle ist die größte (und einzige) Stadt auf der Dingle-Halbinsel. Sie hat einen recht schönen Hafen:

Der Delfin Fungie, der dort seit vielen Jahren lebt, ist die Touristenattraktion der Stadt. Vom Hafen aus werden regelmäßig Fungie-Beobachtungsfahrten angeboten.

Neben einem großen Supermarkt, bei dem wir regelmäßig eingekauft haben, gibt es in Dingle auch einige Wollläden, die Uli unbedingt besuchen wollte:

Westlich von Dingle beginnt dann der schönste Teil der Strecke, der sogenannte Slea Head Drive. Am Slea Head steht ein Kreuz, im Hintergrund sieht man Dunmore, den westlichen Punkt Irlands und einen Teil von Blasket Island:

Die Küste ist hier wirklich beeindruckend:

Slea Head Beach liegt zwischen Slea Head und Dunmore Head und ist landschaftlich einer der schönsten Strände, den wir in Irland gesehen haben:

Auch im weiteren Verlauf ist die zerklüftete Küste sehr beeindruckend:

Oct
22

Irland: Dingle

Die zweite Woche unseres Irland-Urlaubs haben wir auf der Dingle-Halbinsel verbracht. Dingle ist die nördlichste der großen irischen Halbinseln. Dunmore Head nahe der Stadt Dingle ist der westlichste Punkt Irlands.

Luftlinie ist es zwar nicht weit von der Iveragh-Halbinsel zur Dingle-Halbinsel, aber mit dem Auto ist es doch einige Stunden zu fahren, da man die Küste entlang über Killorglin und Castlemain fahren muß. Wir haben unterwegs ein paar Mal angehalten, unter anderem bei der schönen Rossleigh Bay:

Irgendwo am Strand von Rossleigh gibt  es ein altes Schiffswrack, das wir aber bei unserem kurzen Halt nicht gefunden haben.

Unsere zweite Wohnung befand sich in Ballincollar in der Nähe von Ballyferriter. Das Wetter war zwar auch in der zweiten Woche nicht wirklich schön. Aber die Sonne hat sich doch ab und zu mal blicken lassen und am letzten Tag wurde es dann richtig schön:

In Ballyferriter gibt es ein Lebensmittelgeschäft und ein paar Pubs. Die nächste größere (und einzige) Stadt ist Dingle, dort gibt es einen großen Supermarkt.

In der Nähe unserer Wohnung, bei Dunanoir Fort, fanden wir eine recht interessante Küste:

Ein kleines Stück weiter befindet sich das Gallarus Oratory, ein Oratorium der Iroschottischen Kirche. Das sehr gut erhaltene Bethaus wurde im 8. Jahrhundert in Trockenmauertechnik erbaut:

Zum Wine Strand, einem recht schönen Sandstrand, waren es von unserer Wohnung aus nur ein paar Minuten mit dem Auto. Hier kann man bei schönem Wetter sicher super entspannen und auch schwimmen. Badewetter hatten wir leider nicht, aber wir haben dort einen schönen Strandspaziergang gemacht:

Oct
8

Kleine Berchtesgadener Reibn

Vor einigen Jahren bin ich die Kleine Berchtesgadener Reibn gegangen: ich hatte gelesen daß man am Gipfel des Schneibstein Steinböcke beobachten kann und ich wollte unbedingt wild lebende Steinböcke beobachten und fotografieren. Beim ersten Versuch hatte ich etwas Pech mit dem Wetter: es war ziemlich neblig, aber ich hatte tatsächlich Steinböcke in der Nähe des Schneibstein-Gipfels gefunden und fotografiert. Ein paar Wochen später bin ich die Tour nochmal gegangen und konnte wieder Steinböcke beobachten und fotografieren.

Ende Juli war es relativ kühl, ich hatte am Wochenende Zeit und mich spontan entschlossen, die Kleine Reibn nochmal zu gehen. Ich brach recht früh auf, stand dann aber trotzdem erstmal am Inntaldreieck eine halbe Stunde im Stau. Der Rest der Strecke war dann kein Problem mehr und ich kam gegen hab acht in Berchtesgaden an. Diesmal konnte ich leider nicht mit der Jennerbahn auf den Jenner fahren, da die alte Bahn stillgelegt und eine komplett neue Bahn gebaut wurde. Ich fuhr also nach Hinterbrandt, was etwa 1200 Höhenmeter Anstieg bis zum Gipfel des Schneibstein bedeutete.

Schon nach kurzer Zeit fing es dann zum Regnen an und ich begann mich ernsthaft zu fragen, ob die Bergtour nicht eine total bescheuerte Idee war. Nach über zwei Stunden Anfahrt wollte ich aber auch nicht einfach umdrehen, und hoffte einfach, daß es besser werden würde. Danach sah es aber erstmal nicht aus. Nach knapp zwei Stunden erreichte ich dann das Jennerhaus und das Stahlhaus:

Die Wolkenstimmungen beim Anstieg vom Stahlhaus auf den Gipfel des Schneibsteins waren recht interessant:

Es sah dann erstmal so aus als würde das Wetter tatsächlich besser werden:

Etwa eine halbe Stunde unterhalb des Gipfels zogen dann Wolken auf und in kürzester Zeit war der Gipfel komplett in den Wolken. Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein. Als ich den Gipfel erreichte, war noch immer alles im Nebel und ich setzte mich erstmal hin und machte Brotzeit und wartete ab. Schließlich lichtete sich der Nebel, und ich sah tatsächlich die ersten Steinböcke nicht allzuweit unterhalb des Gipfels:

Ich stieg etwas Richtung Windschartenkopf ab und fand noch einige Jungtiere, die allerdings deutlich scheuer waren als die, die ich beim letzten Touren gesehen hatte:

Ich war wirklich froh, daß ich das 75-300 eingepackt hatte. An der Olympus em5 hat man damit auf Kleinbild gerechnet 600mm und die konnte ich auch gut brauchen. Ich verbrachte gut zwei Stunden bei den Steinböcken, dann entschied ich mich, daß es Zeit war, aufzubrechen. Der Abstieg über die Winscharte zum Seeleinsee und der Rückweg von dort nach Hinterbrandt zieht sich doch ziemlich. Das Wetter war noch immer recht neblig:

Es wechselte aber im Minutentakt:

Den Weg habe ich aber trotz Neben problemlos gefunden:

Am Seeleinsee war dann kein Nebel mehr:

Der Rückweg vom Seeleinsee nach Hinterbrandt ist probemlos, aber recht lang. Der Schneibstein hing noch immer komplett in den Wolken:

Auf dem Weg nach Hause konnte ich dann noch eine interessante Lichtstimmung über der Reiter Alpe fotografieren:

Im Nachhin hatte ich wohl ziemlich Glück mit dem Wetter: Steinböcke können nicht schwitzen und überhitzen deshalb schnell in der Sonne. An warmen Sommertagen ziehen sie sich deshalb in die schattigen Nordhänge zurück. Wäre das Wetter besser gewesen, hätte ich wohl keine Steinböcke am Gipfel des Schneibstein gefunden.

Sep
25

Skellig Michael

Ich habe vor einigen Jahren Papageientaucher auf Skomer Island vor der Küste von Wales fotografiert, und war absolut begeistert von den putzigen Vögeln. In Irland wollten wir unbedingt wieder Papageientaucher fotografieren. Wir haben schnell herausgefunden, daß es sie auf Skellig Michael, das etwa 12 km von der Küste der Iveragh-Halbinsel entfernt ist, gibt. Der Zugang zur Insel ist streng limitiert, es gibt jeden Tag nur eine feste Anzahl von Überfahrten. Deshalb sollte man vorher unbedingt Plätze auf dem Schiff buchen.

Hier fingen dann unsere Probleme an: als wir unsere Überfahrt buchen wollten, mußten wir feststellen, daß alle Plätze schon nach Stunden komplett ausgebucht waren. Neben jeder Menge Vögel gibt es auf Skellig Michael auch noch ein altes Kloster aus dem 6. Jahrhundert, und einer der Star Wars Filme wurde teilweise dort gedreht. Vor allem letzteres ist wohl der Grund warum man kaum noch Plätze auf den Schiffen bekommt. Uli hat dann nach einigen Telefonaten und Emails erfahren, daß es noch ein zweites Kontingent an Überfahrten gibt und wir haben es geschafft, eine für uns zu reservieren.

Die Boote nach Skellig Michael fahren von Ballinskelligs und von Portmagee. Portmagee hat etwa 400 Einwohner und liegt am Skellig Ring. Von dort führt auch eine Brücke nach Valentia Island:

Die Bilder von Portmagee sind erst nach unserer Fahrt nach Skellig Micheal enstanden, als das Wetter deutlich besser war. An dem Tag als wir nach Skellig Michael sind, hat es leider von Früh bis Abend geregnet. Die Schiffe, die zur Insel fahren, sind relativ klein und schaukeln bei unruhiger See ziemlich, was auch an diesem Tag der Fall war. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde.

Landschaftlich ist die Insel wirklich beeindruckend: ein spitzer Felszacken, der auf allen Seiten steil ins Meer abfällt. Bei dem Wetter wirkte die Insel eher wie Mordor, dem bekannten Vulkan aus Herr der Ringe. Fotos habe ich von Skellig Michael leider keine gemacht, da ich schon das Tele für die Papageientaucher an der Kamera hatte und bei dem Regen nicht Objektive wechseln wollte. Uli hatte eine zweite Kamera dabei, ihre Bilder gibt es hier.

Vom Boot mußte man dann erstmal etwas abenteurlich an Land gelangen. Ein steiler, teilweise ausgesetzter und vor allem bei Regen rutschiger Weg führt Richtung Kloster, daß sich etwas unterhalb des Gipfels befindet. Allerdings hing die Spitze inklusive Kloster komplett in den Wolken, wir entschieden uns also, nicht zum Kloster zu gehen.

Schon nach ein paar Metern sahen wir die ersten Papageientaucher unterhalb des Weges sitzen und unser Herz schlug höher. Aber war das alles? Oder gab es weiter oben noch mehr Papageientaucher? Wir wurden nicht enttäuscht: überall neben dem Weg saßen unzählige Papageientaucher:

Das Fotografieren war an diesem Tag leider wirklich kein Spaß: ständig mußte man das Objektiv putzen und irgendwie versuchen, die Fotoausrüstung halbwegs trocken zu halten. Zum Glück haben die Papageientaucher praktisch keine Angst vor Menschen, man kann sie in aller Ruhe fotografieren:

Man kann die Puffins aus wenigen Metern Abstand fotografieren:

Da das Wetter am Nachmittag noch schlechter werden sollte, fuhr unser Boot eher zurück, so daß wir nicht sehr viel Zeit auf der Insel hatten. Aber irgendwann war an Fotografieren eh nicht mehr zu denken, da wir die Objektive einfach nicht mehr trocken bekamen:

Also machten wir uns auf den Rückweg zum Boot. Auf dem Heimweg fuhr das Schiff noch an Little Skellig vorbei, auf dem etwa 30.000 Basstölpel brüten. Ein beeindruckender Anblick!